Seit vielen Jahren schon ist es Tradition auf dem Duisburger Weihnachtsmarkt Sozialstände anzubieten. In den Buden haben gemeinnützige Einrichtungen die Möglichkeit für ein paar Tage oder für die gesamten fünf Wochen sich und ihre Arbeit zu präsentieren, Kleinigkeiten für den guten Zweck zu verkaufen oder Spenden entgegenzunehmen. Die Organisationen vertreten dabei ganz unterschiedliche Richtungen, wie Tierschutz, Menschenrechte oder integrative Projekte für Menschen mit Behinderung. Das wollte ich mir mal näher angucken und habe die derzeitigen Stände besucht.
Die erste Bude (oder etwas trocken formuliert Sozialstand), die ich finde, ist die von Heide Tondorf und Karin Mikolajczak. Sie sind zwei von mehreren ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die den Stand der UNICEF während der gesamten Weihnachtsmarktzeit betreuen. Neben Informationen zur Organisation können die Besucher auch Weihnachtskarten oder Kalender bekommen, der Gewinn kommt UNICEF zu Gute. Seit drei Jahren schon ist Karin Mikolajczak dabei und kann sich nicht beklagen, endete der Weihnachtsmarkt doch bisher immer mit einer guten Summe als Spende.
Ein paar Stände weiter finde ich Monika Frieburg und Rita. Noch mindestens bis zum 2. Dezember sind sie dort anzutreffen. Tiere in Not Duisburg heißt ihr Verein, den sie mit viel Herzblut ebenfalls betreuen. Auf dem Verkaufstresen und auf den Regalen sind viele weihnachtliche Utensilien zu entdecken. Sie stammen von Spendern, die ihrerseits die Arbeit des Vereins unterstützen wollen. Christbaumkugeln, Adventsgestecke, Tonhäuser im Erzgebirgsstil und vieles mehr kann man sich gegen eine Spende aussuchen. Die Gelder wiederum werden zumeist für Tierarztrechnungen benötigt, die anfallen, wenn die Pflegetiere behandelt werden müssen.
Nur ein paar Schritte weiter entdecke ich Waldemar. Er sitzt vor seinem Stand in dem alle möglichen Arten von Bürsten und Besen zu entdecken sind. In der Hand hält er einen Besen und vertäut sehr geschickt einen Haarbüschel nach dem anderen in der Bürste. Rosshaar, wie er erklärt und er beschreibt weiter, wie die Haarsträhnen in die dafür vorhergesehen Löcher des Besens gebunden werden. Waldemar ist blind und ausgebildeter Bürstenmacher. Er arbeitet in der Blindenwerkstatt R. Kaniss e.K. und präsentiert althergebrachtes Handwerk. Die Arbeit in der Werkstatt ermöglicht ihm und seinen Kollegen trotz Behinderung erwerbstätig zu sein und auf diese Weise ein recht selbständiges Leben zu führen.
Im Laufe der nächsten Zeit werden noch weitere Einrichtungen und Organisationen ihre Sozialstände beziehen. Es lohnt sich vorbei zu schauen und zu erfahren, mit welcher Liebe die Engagierten, meist ganz ehrenamtlich, ihr Tun vorstellen und sich über Interesse und die eine oder andere Spende freuen.



